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Siem Reap

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Die Klimaanlage bläst mir kalt an den Rücken. Dabei habe ich doch gerade meine letzte Erkältung hinter mir. Diese habe ich mir in Kambodscha, Siem Reap eingefangen. Hier sind die bekannten Ruinen von Angkor Wat zu besichtigen. Der Ort ist unglaublich touristisch. Unter Tags ist der Ort ruhig und nett. Aber sobald die Sonne untergegangen ist werden ganze Heerscharen von Touris zurück nach Siem Reap geschaufelt und die Strassen überquellen geradezu. Nach einem kurzen Stopp in Phnom Penh sind wir an diesem bekannten Ort angekommen.  Gleich nach der Ankunft haben sie uns im Hotel gefragt ob wir den Sonnenuntergang in den Ruinen anschauen wollten.

Am Abend seien diese "For Free". Eigentlich wollten wir zuerst einen Tag entspannen bevor die Ruinenschau losging. Aber so ein Sonnenuntergang und dann noch gratis? Wir haben dreimal nachgefragt ob wir wirklich kein Ticket kaufen müssen und ob wir um 17:00 Uhr in das Gelände reinkönnen. "Kein Problem ihr könnt uns vertrauen", war die simple Antwort von den Taxifahrern. Kurz vor 17:00 Uhr standen wir am Eingang und warteten auf Einlass. Da kommt der Taxifahrer auf einmal und meint wir sollen jetzt ein Ticket kaufen und dann können wir rein. Da ging uns der Laden schon runter. Haben wir doch extra nachgefragt. Oh wir können schon rein ohne Ticket aber dann müssen wir bis um 17:30 Uhr warten. Super dann reicht die Zeit nie für den Sonnenuntergang. Als wir den Taxifahrer darauf ansprachen warum er dies nicht schon im Hotel gesagt hat, meinte er nur Naseweis: " Wieso ich habe nur gesagt ihr könnt nach 17:00 Uhr rein und 17:30 ist ja auch nach...." Na ja verarschen können wir uns auch selber. Wir sind kurzerhand zurück zum Hotel gefahren und haben uns geschworen die Taxifahrer vom Hotel zu meiden. Tja so geht es zu im Travelerleben.
Am nächsten Tag haben wir gemütlich nach einem vertrauenswürdigen Taxifahrer Ausschau gehalten. Da die Ruinen zum Teil weit auseinander liegen wollten wir gleich einen fixen Preis für die drei Tage Besichtigung abmachen. Somit haben wir "Sophia" gefunden und sind mit ihm am Abend gleich zum Sonnenuntergang gefahren. Dieses mal hat es geklappt. Das Erlebnis ist wirklich nicht zu verpassen. Noch nirgends konnte ich so ein Spektakel erleben. Wie wir erwartet hatten sind wir mit einer Horde von Touris den Aussichtberg hoch gespurtet. Jeder hatte seine Kamera bereits schussbereit. Zwischen den Bäumen leuchtete die rote Scheibe der Sonne durch. Nicht mehr lange und sie verschwindet hinter dem Horizont. Also nochmals einen Zahn zulegen, Ellbogen rausfahren und Kopf runter. Endlich an der Spitze am Fusse der Pyramide. Auf den Treppen rangeln sich die Sonnenanbeter wie die Ameisen auf ihrem Hügel. Es war herrlich anzusehen. Konnte gar nicht genug Fotos von den Touris schiessen.... :-)

Am nächsten Tag ging es dann wirklich los mit der Tempelschau. Für drei Tage sind wir Treppen rauf und wieder hinuntergeklettert. Die Tempel haben wir zu jeder erdenklichen Tageszeit besichtigt. Einmal sind wir sogar um 5 Uhr aufgestanden um ein paar Sekunden Morgenröte über Angkor Wat zu geniessen. Wir sassen schlotternd an unserem Platz um ihn ja gegen die Horden von japanischen Fotografen zu verteidigen, die ihre riesigen Apparate hinter uns in Stellung brachten. Den Pullover hatten wir in optimistischer Voraussicht im Hotel vergessen. Ab und zu gelang sogar ein Bild ohne Touristen. So schön die Tempel auch sind, hatten wir am dritten Tag langsam genug. Sogar Claude als Tempelfetischist sah mich jedes mal anklagend an, wenn ich die Kamera für ein neues Bild anhob. Zudem hatte ich mir beim Sonnenaufgang eine Erkältung eingefangen.

Das neue Jahr haben wir in Siem Reap verbracht. Übrigens möchten wir euch allen noch ein

"Frohes neues Jahr"

wünschen. Da meine Nase triefte und mein rechtes Auge angeschwollen war, habe ich den Rutsch gar nicht mitbekommen. Mit diesen guten Voraussetzungen sind wir am 1. Jan nach Bangkok weitergereist. Nachdem der Pickup Bus mit einer Stunde Verspätung endlich gekommen war mussten wir uns in einen überfüllten Minibus zwängen. Der Gang war voll mit Gepäck und die Sitze boten nicht genügnd Platz für die Füsse. Na bis zum Wechsel in den grossen Bus wird es schon gehen, dachte ich mir. Wir sind dann auch aus der Stadt rausgefahren und ich wartete immer noch auf den Buswechsel. Irgendwann hat es mir dann auch gedämmert, dass ich die nächsten 6 Stunden wie eine Sardine in dieser Büchse sitzen werde. Die Strasse war die Schlimmste, die wir bis jetzt erlebt hatten. Gerüchteweise zahlt Thai Air Bestechungsgelder damit diese nicht ausgebaut wird. Damit fliegen mehr Touris nach Siemp Reap. Einfache Logik und in einem korrupten Land wie Kambodscha würde mich dies nicht wundern. Ich habe noch nie so viele Lexus Schlitten gesehen wie hier.
Für uns holperte der Bus weiter. Irgendwann mussten wir dann noch ne Weile stoppen, da einem Reifen die Luft ausging. Endlich sind wir nach langer Zeit an der Grenze angekommen. Da mussten wir mal kurz 1,5 Stunden Schlange stehen bis wir wieder in Thailand einreisen konnten. Die nächsten 2 Stunden warteten wir auf die Weiterfahrt nach Bangkok. Um halb zwölf waren wir dann in einem Guesthouse und konnten unsere müden Knochen ins Bett werfen.

Nun sind wir in Bangkok und haben auch noch mitgekriegt, dass es am Neujahr Bombenanschläge gegeben hat. Dies merkt man an der Polizeipräsenz, aber sonst geht das Leben weiter wie gehabt. Wir reisen aber trotzdem heute Abend weiter in den Süden um unsere Füsse nochmals im Meer zu baden.